
Camping bei Hitze
Mittlerweile können nicht nur im Süden Europas die Temperaturen regelmäßig über 30 Grad steigen. Camping bei Hitze funktioniert anders.
Schatten, Wasser und eine leichte Brise werden plötzlich wichtiger. Die Wanderung startet früher. Der Strandtag wird aufgeteilt. Und der Schattenplatz, den Du Dir gewünscht hast, ist längst vergeben.
Der Strand ist auch am Abend noch da
Du hast einen Strandtag geplant. Dann musst Du nicht von morgens bis abends am Wasser bleiben.
Ein paar Stunden am Vormittag, eine längere Pause über Mittag und später noch einmal zurück. Der Strand ist auch am Abend noch da.
Das gilt nicht nur für den Strand. Viele Aktivitäten lassen sich in die Morgen- oder Abendstunden verschieben. Die Temperaturen sind angenehmer und die meisten Orte deutlich leerer.
In vielen Ländern gehört eine längere Mittagspause ganz selbstverständlich zum Alltag. Im Urlaub darf es ruhig etwas langsamer werden.
Der Schattenplatz, den Du eigentlich wolltest
Vor der Reise klingt vieles einfach. Such Dir einen schattigen Stellplatz. Parke unter Bäumen. Nutze natürliche Schattenflächen.
Dann beginnt die Hauptsaison.
Der Campingplatz ist voll. Die Rezeption nennt Dir Deine Parzelle. Der Platz unter dem großen Baum ist längst vergeben.
Viele Camping- und Stellplätze bieten ohnehin kaum natürlichen Schatten. Zwischen den Parzellen stehen Hecken oder niedrige Büsche. Die schaffen etwas Privatsphäre, helfen gegen die Sonne aber nur bedingt.
Deshalb nutze ich an heißen Tagen oft den Schatten, den das Wohnmobil selbst erzeugt. Morgens auf der einen Seite, nachmittags auf der anderen. Tisch und Stühle wandern dann einfach mit.
Die Markise hilft natürlich ebenfalls. Gerade für den Innenraum macht sie einen großen Unterschied. Trotzdem reicht sie nicht immer aus. Je nach Sonnenstand sitzt Du irgendwann trotz Markise wieder in der Sonne.
Die Aktivität muss nicht ausfallen
Die Wanderung für morgen steht schon fest. Ein Blick auf die Strecke kann trotzdem nicht schaden.
Verläuft der Weg durch den Wald? Gibt es einen Bach, einen See oder einen Wasserfall in der Nähe? Dann fühlt sich die Tour oft ganz anders an als ein freier Höhenweg ohne jeden Schatten.
Auch bei Städtetrips gibt es Alternativen für die heißesten Stunden des Tages. Museen, Kirchen oder andere gekühlte Räume bieten eine angenehme Pause, bevor es später wieder nach draußen geht.
Parks können ebenfalls eine gute Möglichkeit sein, der Hitze für eine Weile zu entkommen. Selbst mitten in der Stadt sind die Temperaturen dort oft angenehmer als zwischen Asphalt, Pflastersteinen und Häuserfassaden. Das haben wir unter anderem in Paris gemerkt.
Oft muss die Aktivität gar nicht gestrichen werden. Eine kleine Anpassung reicht häufig schon aus.
Wenn das Wohnmobil nicht abkühlt
Nicht jedes Wohnmobil verfügt über eine Klimaanlage. Und selbst wenn eine vorhanden ist, steht nicht immer Strom zur Verfügung.
Deshalb versuche ich vor allem, die Luft in Bewegung zu halten. Fenster und Dachhauben bleiben geöffnet, solange wir am Platz sind. Ein leichter Luftzug bringt oft mehr als ein komplett verriegeltes Fahrzeug.
Verdunklungsrollos und Thermomatten können sinnvoll sein, wenn das Wohnmobil tagsüber geschlossen bleibt. Sitzt Du am Platz, hilft frische Luft meist mehr als ein komplett abgedunkelter Innenraum.
Bei uns haben sich außerdem kleine Akku-Ventilatoren bewährt. Sie brauchen keinen Landstrom, nehmen kaum Platz weg und lassen sich genau dort platzieren, wo die Luft gerade steht.
Wer mit einem Alkoven unterwegs ist, kennt das Problem vielleicht besonders gut. Während es unten langsam angenehmer wird, hält sich die Wärme im oberen Schlafbereich oft deutlich länger.
Kleine Abkühlungen machen oft den Unterschied
Nicht jede Abkühlung muss spektakulär sein.
Vielleicht führt der Wanderweg an einem Bach vorbei. Vielleicht liegt ein See auf der Route. Oder der Campingplatz verfügt über einen Pool.
Auch unterwegs lohnt sich manchmal ein kurzer Blick auf die Karte. Die Pause muss nicht unbedingt auf einem Rastplatz zwischen Beton und Asphalt stattfinden. Ein schattiger Platz am Wasser, ein kleiner See oder ein Bach können an heißen Tagen deutlich angenehmer sein.
Bei uns gehört inzwischen sogar ein faltbarer Hundepool zur Ausrüstung. Eigentlich für den Vierbeiner gedacht, eignet er sich genauso gut für Kinder oder einfach als Fußbad nach einem heißen Tag.
Hitze gehört mittlerweile zu vielen Sommerreisen dazu. Deshalb kann es sich lohnen, nicht nur nach Sehenswürdigkeiten zu suchen. Vielleicht gibt es entlang der Route auch einen schattigen Wanderweg, einen Badesee, ein Museum oder andere Aktivitäten, die selbst an besonders heißen Tagen Spaß machen.
Genau solche Ideen lassen sich auf Wunsch auch in eine Reiseplanung integrieren.
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