Campingplätze sind vielfältiger, als viele denken

Campingplatz ist längst nicht gleich Campingplatz. Zwischen den einzelnen Anlagen liegen oft Welten.

Der Begriff Campingplatz klingt zunächst erstaunlich eindeutig. Ein Ort, an dem Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte stehen. Wer sich näher damit beschäftigt, merkt jedoch schnell, wie unterschiedlich Camping heute aussehen kann. So unterschiedlich Menschen reisen, so unterschiedlich sind auch die Campingplätze geworden. Oft prägen sie eine Reise genauso stark wie das eigentliche Reiseziel.

Wenn das Abenteuer direkt vor der Tür beginnt

An der Soča begleitet das Rauschen des Flusses den ganzen Tag. Schon morgens stellt sich die Frage, was heute auf dem Programm stehen soll. Eine Kajaktour? Rafting? Eine Wanderung entlang des türkisfarbenen Wassers? Vielleicht reicht auch ein Sprung in die kalten Fluten.

Abends sitzen die Menschen vor ihren Wohnmobilen zusammen und erzählen von Stromschnellen, Wanderwegen und den Erlebnissen des Tages. Der Campingplatz wird zur Basis für Abenteuer, die oft schon direkt vor dem Stellplatz beginnen.

Natur statt Programm

Auf einem Naturcampingplatz in Schweden sieht der Tag oft anders aus. Vielleicht beginnt er mit einer Tasse Kaffee am Wasser. Danach stehen unzählige Möglichkeiten offen. Eine Kanutour, ein Angeltag auf dem See oder eine Wanderung durch die Wälder. Wer Glück hat, entdeckt auf einer Elchsafari die bekanntesten Bewohner Schwedens.

Dazwischen bleibt immer wieder Zeit, einfach dazusitzen und die Ruhe zu genießen. Kein Freizeitprogramm, keine Animation, keine Warteschlangen. Die Natur übernimmt diese Aufgabe ganz von allein.

Ähnlich fühlt es sich an vielen Fjordcampingplätzen in Norwegen an. Die lange Anreise ist schnell vergessen, wenn der Stellplatz direkt am Wasser liegt. Morgens gleitet ein Kajak lautlos über den Fjord. Später geht es vielleicht auf einen Aussichtspunkt hoch über dem Wasser. Und manchmal sitzt man einfach nur vor dem Wohnmobil und schaut hinaus.

Ab und zu zieht ein Kreuzfahrtschiff vorbei. Den Menschen an Deck wird zugewunken und meistens winken sie zurück. Während das Schiff langsam durch den Fjord gleitet, kommt einem manchmal ein Gedanke. Viel mehr Platz haben die Passagiere in ihren Kabinen oft auch nicht. Trotzdem fühlt sich das Leben im Wohnmobil anders an. Freier. Die Berge stehen direkt vor der Tür, das Wasser liegt nur wenige Schritte entfernt und der eigene Stellplatz wird für ein paar Tage zum Zuhause mit Aussicht.

Wenn der Campingplatz selbst zum Reiseziel wird

Schon bei der Ankunft auf dem Europa-Park Campingplatz ist klar, dass dieser Platz anders ist. In der Ferne sind die Schreie der Achterbahnen zu hören. Die Silver Star ragt über den Platz hinaus und erinnert ständig daran, was am nächsten Morgen wartet.

Am Abend geht es durch die Westernstadt. Vielleicht noch eine Pizza im Saloon. Die Vorfreude wächst mit jeder Stunde. Am nächsten Morgen laufen Familien gemeinsam die wenigen hundert Meter zum Park. Achterbahnen, Shows und Erlebnisse bestimmen den Tag.

Abends begegnet man sich wieder auf dem Campingplatz. In den Duschen, auf den Wegen oder vor den Wohnmobilen werden die Geschichten des Tages ausgetauscht. Und wenn die Abreise näher rückt, bleibt oft das Gefühl, einen Campingplatz erlebt zu haben, der weit mehr war als nur ein Ort zum Übernachten.

Auch auf vielen Familiencampingplätzen spielt sich ein großer Teil des Urlaubs direkt auf dem Gelände ab. Die Kinder verschwinden kurz nach der Ankunft zum Spielplatz. Später locken Wasserparks, Rutschen und Freizeitangebote. Zwischendurch kommen sie zurück, holen etwas zu trinken und fragen, wann es endlich ins Wasser geht. Natürlich gibt es Ausflüge in die Umgebung. Oft bleibt aber gerade der Campingplatz selbst als eines der größten Urlaubserlebnisse in Erinnerung.

Camping mit den Füßen im Sand

Ein Campingplatz direkt am Strand erzählt wieder eine andere Geschichte.

Der Tag beginnt mit einer Tasse Kaffee vor dem Wohnmobil. Das Meer liegt nur wenige Schritte entfernt. Statt Taschen ins Auto zu laden, geht es einfach zu Fuß an den Strand. Zwischendurch führt der Weg immer wieder zurück zum Camper. Ein kaltes Getränk, ein kleiner Snack oder ein Platz im Schatten sind nie weit entfernt.

Der Strand bestimmt den Rhythmus des Tages. Kein Zeitdruck, keine langen Wege. Die Nähe zum Meer verändert den gesamten Aufenthalt.

Zeit für Ruhe und Entspannung

Auch Wellness-Campingplätze schaffen ihre eigene Welt.

Die Landschaft rund um den Platz ist oft schon Grund genug für die Reise. Nach einer Wanderung geht es direkt in den Wellnessbereich. Die Wärme der Sauna, eine Massage oder ein Platz auf der Liege mit Blick auf die Berge sorgen dafür, dass der Tag langsam ausklingt. Während draußen die Gipfel in der Abendsonne liegen, kehrt Ruhe ein.

Auf Adults-Only-Plätzen entsteht oft eine ähnliche Atmosphäre. Keine Kinderanimation, keine Wasserrutschen, kein Trubel. Stattdessen stehen gemeinsame Zeit, lange Gespräche, Spaziergänge oder ein gutes Essen im Mittelpunkt. Der Campingplatz wird zum Rückzugsort. Ein Ort, an dem nicht möglichst viel erlebt werden muss, sondern an dem die gemeinsame Zeit zählt.

So unterschiedlich kann Camping sein

Abenteuer an der Soča. Natur und Ruhe in Schweden. Freiheit am Fjord. Familienerlebnisse am Europa-Park. Strandtage am Meer oder Entspannung zwischen Bergen und Wellnessbereich.

All diese Erlebnisse finden auf Campingplätzen statt.

Vielleicht macht genau das einen Teil der Faszination aus. Hinter demselben Begriff verbergen sich heute völlig unterschiedliche Arten zu reisen. Der Campingplatz ist längst nicht mehr nur der Ort, an dem das Wohnmobil steht. Er wird Teil der Geschichte, die eine Reise erzählt.

Einige dieser ganz unterschiedlichen Campingplätze habe ich bereits auf meiner Campingplatzseite vorgestellt.

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